Hans Daduna
Geplante Lehrveranstaltungen im WS 2003/04
Kommentierte Vorlesungsankündigung
Letzte Änderung : 6. 10. 2003
Die im folgenden angegebenen Lehrveranstaltungen sind im Vorlesungsplan
des Fachbereichs angekündigt.
Nähere Informationen sind in meiner Sprechstunde zu bekommen.
Stochastische Netzwerke:
Gleichgewichtsverhalten und Leistungsanalyse (V2)
2 SWS - Fr 14-16 Geom H3.
Inhalt :
Seit etwa 1975 haben in der Leistungsanalyse von Telekommunikations-
und Rechensystemen und
deren Netzwerken Stochastische Netzwerke, d.h., Netzwerke von
Warteschlangen, eine fundamentale
Rolle gespielt. Der Erfolg dieser Modelle, welche unter den Namen
Jackson-, Gordon-Newell-, BCMP- und Kelly-Netze firmieren, beruht
darauf, dass es möglich ist,
das stationäre und stabile Verhalten der Systeme explizit und
sogar mit relativ einfachen Formeln zu beschreiben.
Die Allgemeinheit des Modellansatzes führt dazu, dass mit diesen
Stochastischen Netzwerken auch Systeme
aus ganz anderen Bereichen zutreffend beschrieben werden können.
Wichtige Beispiele sind biologische und
soziale Populationsprozesses (Migrationsprozesse), Produktions- und
Manufaktursysteme,
Verkehrsnetze, Transportsysteme; Vielteilchensysteme der Statistischen
Physik.
Es stellt sich weiter heraus, dass aus den stationären
Verteilungen wiederum sehr direkt die wichtigsten
Leistungscharakteristiken abzuleiten sind, z.B. Durchsatz, mittlere
Schlangenlängen, Verzögerungszeiten,
Auslastung. Über die Jahre ist dazu ein ausgefeilter Kalkül
entwickelt worden, manchmal einprägsam als
Produktform Kalkül bezeichnet. Der Name deutet auf die
faszinierende Beobachtung, dass die Formeln für
die Leistungsanalyse dieser hoch komplex interagierenden Systeme berechnet
werden können, als ob die Netzwerkknoten in einem
mathematisch
präzisen Sinn voneinander unabhängig
agieren. Daher stammt auch die viel verwendete Bezeichnung Separable
Netzwerke für stochastische
Netzwerke, in denen der Produktform Kalkül gültig ist.
In der Vorlesung werden, aufbauend auf einer Markovschen
Prozessbeschreibung
der zeitlichen Entwicklung des
Systems, zunächst die Grundprinzipien dieses Kalküls
für klassische Netzwerke vorgestellt.
Dies wird verbunden mit einer
Diskussion der grundsätzlichen Stabilisierbarkeit der Systeme,
d.h. der Frage nach der Ergodizität der
beschreibenden Markov Prozesse.
Ein weiterer Schwerpunkt der Vorlesung wird die asymptotische
Untersuchung des
raum-zeitlichen Verhaltens dieser Systeme sein. Beispielhaft genannt
seien Asymptotiken entsprechend
dem Gesetz der Grossen Zahlen oder dem Zentralen Grenzwertsatz.
Ziel :
Einführung in eine Klasse komplex organisiserter
zufallsbeeinflusster Systeme aus
unterschiedlichen Anwendungsgebieten und die
mathematischen Methoden für eine einheitliche Behandlung.
Vorkenntnisse :
Markov Prozesse mit diskretem Zustandsraum, etwa entsprechend der Vorlesung
Stochastische Prozesse I.
Literatur :
Chen, H.; Yao, D.D.: Fundamentals of Queueing Networks,
Springer New York 2001
Kelly, F. P.: Reversibility and Stochastic Networks, Wiley, Chichester 1979
Liggett, T.: M. Interacting Particle Systems, Springer, Berlin 1985
Whittle, P.: Systems in Stochastic Equilibrium, Wiley, New York, 1986
Yao, D.D. (ed.): Stochastic Modeling and Analysis of Manufacturing
Systems, Springer New York 1994
Anmerkung:
Die Vorlesung ist geplant als Spezialvorlesung zur Komplettierung des derzeit
laufenden Zyklus über Stochastische Prozesse.
Seminar über Stochastische Prozesse (S2)
Mi 12.00 - 13.30 Geom 432.
Inhalt :
Ausgewählte Probleme aus der Theorie und den Anwendungen
stochastischer Prozesse,
mit dem Schwerpunkt Warteschlangensysteme,
welche die im Vorlesungszyklus
Stochastische Prozesse erarbeiteten Themen vertiefen und ergänzen.
Ziel :
Einarbeiten in aktuelle Probleme anhand von Originalliteratur.
Eventuell Vorbereitung von Diplomarbeiten.
Vorkenntnisse:
Inhalt der Vorlesungen Mathematische Stochastik und Stochastische
Prozesse I WS 02/03
Literatur :
Wird zu den einzelnen Vorträgen in der Vorbesprechung bekanntgegeben.
Bemerkungen :
Es können Leistungsbescheinigungen gemäß
Paragraph 9 Abs 2 Studienordnung für den Studiengang Mathematik Diplom
(''Vertiefungssschein''),
gemäß
Paragraph 9 Abs 2 Studienordnung für den Studiengang
Technomathematik Diplom
(''Vertiefungssschein'')
und gemäß Paragraph 21 Abs. 1 (b)
der Prüfungsordnung
für den Studiengang Wirtschaftsmathematik erworben werden.
Es besteht die Möglichkeit, auf dem Vortrag und der
Vortragsausarbeitung aufbauend eine "Bachelor Thesis" für die
Bachelor Prüfung im Studiengang Mathematik Diplom zu erwerben.
Bei rechtzeitiger Anmeldung besteht auch die Möglichkeit,
eine Leistungsbescheinigungen gemäß
Paragraph 9 Abs 1 Studienordnung für den Studiengang Mathematik Diplom
(''Vortragssschein'') und
gemäß
Paragraph 9 Abs 1 Studienordnung für den Studiengang
Technomathematik Diplom (''Vortragssschein'') zu erwerben.
Studierende, die auf dem Seminarvortrag aufbauend eine Diplomarbeit
schreiben wollen, sollten möglichst bald ihre Interessen anmelden.
Wünsche nach Vortragsthemen und speziellen Anwendungsgebieten sollten
frühzeitig angemeldet werden.
Vorbesprechung :
Es findet eine Vorbesprechung mit Themenvergabe
am Donnerstag 17. 7. 03, 14.15 Uhr, im Raum T 03 statt.
Arbeitsgemeinschaft über Stochastische Prozesse
(mit G. Hübner)
Do, 10 --12, Geom 430, Beginn: 30. 10. 03 (wg. Orientierungseinheit
des Fachbereichs)
Inhalt : Spezielle Probleme aus Theorie und Anwendung
stochastischer Prozesse,
insbesondere stochastische dynamische Optimierung, Bedienungstheorie.
Anwendungsbeispiele insbesondere aus den Gebieten
Wirtschaftswissenschaften,
Informatik und Biologie.
Ziel : Vertiefte Erarbeitung spezieller Gebiete und
Einführung in Problembereiche,
die in Vorlesungen in der Regel nicht behandelt werden.
Vorkenntnisse: Stochastische Prozesse entsprechend
dem Inhalt einer Vorlesung V1.
Literatur : Wird in der Veranstaltung bekanntgegeben.
Bemerkungen : Es können Leistungsbescheinigungen gemäß
Paragraph 9 Abs 3 Studienordnung für den
Studiengang Mathematik Diplom (''Modellschein'')
und gemäß
Paragraph 9 Abs 4 Studienordnung für den
Studiengang Technomathematik Diplom (''Modellschein'')
erworben werden.
Interessenten sollten sich frühzeitig mit den Veranstaltern in Verbindung
setzen,
um den gewünschten Anwendungsgebieten Rechnung zu tragen.
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