Universität Hamburg
Astronomiepark Hamburger Sternwarte
Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. (FHS)

Mittwochs-Vorträge Sommer 2004
(20.00 Uhr)

Hamburger Sternwarte in Bergedorf
Gojenbergsweg 112, D-21029 Hamburg, Seminarraum (siehe
Lageplan)

Spende: 5 €

Zusätzliche Termine 2004

Fr 22. Okt. 2004, 16 Uhr, Hauptgebäude Universität, ESA 1, Hörsaal B - Dr. Barbara
Dufner (Berlin)
Letzte Führungen für Einzelbesucher:
Ausstellung ,,Weltbild im Wandel''
Jeweils am 3. Mittwoch im Monat: 18. Februar 2004, 17.30 Uhr und 17. März 2004, 19.30 Uhr
Führungen für Gruppen:
Museumsdienst Hamburg,
Tel. 4281310, e-mail
am
Di 4. Mai 2004, 20.45-0.13 Uhr -
Beobachtung in der Hamburger Sternwarte möglich
nur für Mitglieder des Fördervereins
Mondfinsternis
(Beitrittserklärung)
im ,,Astronomiepark Hamburger Sternwarte''
Lange Nacht der Museen 2004 am Samstag 15. Mai 2004
Vorübergang der Venus vor der Sonne im ,,Astronomiepark Hamburger Sternwarte'' von 10 bis 14 Uhr
Dienstag 8. Juni 2004 -
Schwarze Venus vor der Sonne (Venustransit)
Lyrik unterm Sternenhimmel auf der Hamburger Sternwarte 
Samstag, 10. Juli 2004, 20 Uhr (Astro-Bar ab 19.30 Uhr geöffnet)
Der Eintritt von 5 &euro kommt dem Förderverein Hamburger Sternwarte zugute!
Pressekonferenz zur
Sanierung des Äquatorials
am Donnerstag, den 22. Juli 2004, 12 Uhr
Einweihungsfeier des Äquatorials
am Montag, den 30. August 2004, ab 16 Uhr
STERN und die Lange Nacht der Sterne
2. Astronomietag:
Lange Nacht der Sterne, Samstag, 18. September 2004
125 Jahre Bernhard Schmidt (1879-1935) - ein Astro-Optiker von Weltruf an der Hamburger Sternwarte

Beim Übergang zur modernen Chemie wandten sich die Wissenschaftler von der Astronomie ab und versuchten verstärkt den Aufbau und Zusammensetzung der Stoffe zu ergründen. Eine wichtige Analysemethode dafür wurde die Spektroskopie (Flammenfärbung), die Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899) und Gustav Robert Kirchhoff (1824-1887) entwickelten. Sie erhitzten Alkali- und Erdalkalimetalle so stark, bis sie ein charakteristisches Licht aussandten: Die Spektrallinien. Ihre Arbeit hängt eng mit den Untersuchungen des Sonnenlichts und Sonnenspektrums zusammen, an dem Naturforscher und Astronomen seit mehr als zwei Jahrhunderten arbeiteten.
Noch besser und gefahrloser kann man den Venustransit
mit dem Fernrohr beobachten, z.B. auf der Bergedorfer Sternwarte.
In früheren Jahrhunderten hatten Venusdurchgänge eine
große Bedeutung für die astronomische Wissenschaft, denn sie
gestatteten die Bestimmung der Entfernung von der Erde zur Sonne.
Im Vortrag werden nicht nur Hinweise zum Ablauf und zur Beobachtbarkeit
gegeben, sondern auch der historische Kontext dieses astronomischen
Großereignisses beleuchtet.
Die Sternwarte kann folgendermaßen erreicht werden:
(mit Sternwarten-Führung und Beobachtung)
21. April 2004
Katrin Cura (Universität Hamburg, Institut für Geschichte der Naturwissenschaften)
Leuchtende Farben im Labor und am Himmel - Chemie und Astronomie

19. Mai 2004
Schwarze Venus vor der Sonne

16. Juni 2004
Keplers ,,Mysterium Cosmographicum'' (Weltgeheimnis)

21. Juli 2004
Die Heliozentrik der Antike

18. August 2004
Johann Friedrich Benzenberg - Göttingen, Hamburg, Düsseldorf

15. September 2004
Fernrohre selbst gemacht

Frühere Vorträge und Aktivitäten:
Lange Nacht der Museen 2002

Sternwarten-Führung und Beobachtung
Verantwortliche und Mitwirkende vom Förderverein

Inhaltsangabe der Vorträge
21. April 2004
Katrin Cura (Universität Hamburg, Institut für Geschichte der Naturwissenschaften)
Leuchtende Farben im Labor und am Himmel - Chemie und Astronomie
Auf einem Streifzug durch die Geschichte der Chemie wird die Wechselwirkung zwischen Chemie und Astronomie betrachtet. Am Anfang stand die Alchemie, die heute als Vorläuferin der modernen Chemie gilt. Die Alchemisten ordneten die damals sieben bekannten Metalle den Himmelskörpern zu und sahen die chemischen Reaktionen als Wechselspiel zwischen den Sternen. Daraus entwickelten sie den noch heute gültigen Zeitaspekt und die Symbolsprache.
19. Mai 2004
Dr. Matthias Hünsch (Astrophysik, Universität Kiel)
Schwarze Venus vor der Sonne
Am 8. Juni 2004 wird sich ein extrem seltenes Himmelsschauspiel
ereignen: Die Venus wird - von der Erde aus gesehen - vor der
Sonnenscheibe vorüberwandern. Zuletzt war das im Jahre 1882 zu sehen.
Bei gutem Wetter wird man das Ereignis mit dem bloßen Auge verfolgen
können, vorausgesetzt, die Augen werden durch ein lichtdämpfendes
Filter geschuetzt.
... 2004
125 Jahre Bernhard Schmidt
16. Juni 2004
Dipl.-Phys. Bernd Wolfram (Universität Hamburg, Institut für Geschichte der Naturwissenschaften)
Keplers ,,Mysterium Cosmographicum'' (Weltgeheimnis)
Der Astronom Johannes Kepler (1571-1630) wurde in einer Zeit tiefgreifender
Wandlungen geboren. Nach einem fast zwei Jahrhunderte dauernden Gesinnungs-
und Begriffswandel begann im 16. Jahrhundert auch ein Wandel in der
Naturbetrachtung, für den insbesondere die Namen Nikolaus Copernicus
(1473-1543) und Galileo Galilei (1564-1642) stehen. Begriffe, die sich
beinahe ein Jahrtausend lang nicht merklich verändert hatten, begannen in
Fluss zu geraten und sich umzugestalten. Diese Entwicklung ist besonders
in der Astronomie zu beobachten, denn diese war als einzige Wissenschaft
schon so ausgebildet, um sich dadurch zu einer Naturwissenschaft im
modernen Sinne entwickeln zu können.
Kepler war noch ganz im traditionellen Geiste erzogen, jedoch hatte ihn
sein Lehrer Michael Maestlin (1580-1631) schon sehr früh mit der neuen
Kopernikanischen Lehre vertraut gemacht. Kepler wurde ein überzeugter
Verfechter dieser Lehre und beginnt sein erstes größere Werk, das Mysterium Cosmographicum, mit einer Rechtfertigung der Kopernikanischen Lehre.
Dieses Werk spiegelt Keplers Grundhaltung zum astronomischen Weltbild und
das Ziel seines gesamten Lebenswerkes wider. Er glaubt an eine
unerschütterliche Weltharmonie, deshalb hält er auch an der
Sphärenvorstellung des Kosmos fest. Er will die Größen dieser
Sphären bestimmen und ihre Anzahl begründen. Dabei wird er auf die Anordnung der Kosmischen Sphären zusammen mit den fünf Platonischen Körpern, Würfel, Tetraeder, Oktaeder, Ikosaeder und Dodekaeder geführt.
Für Kepler bewegen sich die Planeten durch die ,,zentrale'', in der Sonne
gelegene, ,,bewegende Kraft'', ohne dass er jedoch deren Charakter und
Ursache nachspürt. Für ihn ist nur die Form und Harmonie der
Planetenbewegung Ziel seiner Bemühungen. Dazu gehört auch ein von ihm
gesuchter Zusammenhang zwischen den Bahnhalbmessern und den Umlaufzeiten
bzw. Umlaufgeschwindigkeiten.
Diese Ziele erreicht Kepler im Mysterium noch nicht. Erst in seiner
Astronomia Nova und in den von ihm selbst als Hauptwerk bezeichneten
,,Harmonices Mundi'' wird Kepler sein Ziel erreichen. Bis dahin werden aber
noch zwanzig Jahre vergehen.
21. Juli 2004
Dipl.-Phys. Rahlf Hansen (Planetarium Hamburg)
Die Heliozentrik der Antike

Schon in der Antike gab es einen Kopernikus, er hieß Aristarch von Samos. Neben einer genialen Methode, wie man die Entfernung zur Sonne messen
könnte, behauptete er, dass die Planeten die Sonne umkreisten. In welchem ideengeschichtlichen Zusammenhang dieser revolutionierende Gedanke stand und warum die Vorstellung der Heliozentrik wieder in die Vergessenheit geriet, soll aufgezeigt werden. Die Wechselwirkung von Kosmologie und Physik gilt nicht nur für unsere Zeit, sondern beherrschte auch die Weltvorstellung der Antike. Dass die Geschichte (nicht nur) der Wissenschaft wahrlich keine Einbahnstraße ist, sondern auch erhebliche verkraften musste, zeigt das Beispiel der antiken Heliozentrik eindringlich. Kann ein Rückfall, wie damals im Mittelalter, sich wiederholen? Kann man aus der Geschichte lernen?
18. August 2004
Wolfgang Lange (Universität Hamburg, Institut für Geschichte der Naturwissenschaften)
Johann Friedrich Benzenberg - Göttingen, Hamburg, Düsseldorf
2004 jährt sich zum 200. Male das Erscheinungsdatum des Buches ,,Versuche über die Gesetze des Falls, über den Widerstand der Luft und über die Umdrehung der Erde, nebst der Geschichte aller früheren Versuche von Galiläi bis auf Guglielmini''. Das Titelblatt zeigt die Kirche ,,St. Michaelis in Hamburg'' und ist ,,Herrn Professor Reimarus und Herrn Professor Ebeling in Hamburg'' gewidmet. Der Erscheinungsort ist Dortmund.
Johann Friedrich Benzenberg (1777-1846) wurde im Rheinland geboren. Er
studierte in Göttingen vor allem bei Lichtenberg Naturwissenschaften. Seine
erste Anstellung fand er in dem Mädchenerziehungsinstitut bei Caroline
Rudolphi in Hamm. Dort blieb er nur 1,5 Jahre. Während dieser Zeit
führte er die genannten Versuche durch, womit ihm der erste sichere Nachweis der Erdrotation gelang.
Nach seiner Rückkehr ins Rheinland wurde er politischer Mitarbeitern am
,,Westfälische Anzeiger'' und nahm als solcher an den Veränderungen seiner Zeit aktiv teil.
1802 begann ein Briefwechsel mit J.F. Gauss, der erst mit dem Tode
Benzenbergs endete. Gauss war es auch, der ihm die Theorie für seine
Versuche lieferte, die durch die Experimente bestätigt wurde.
Kurz vor Ende seines Lebens erfüllte er sich seinen Traum: eine eigene
Sternwarte. Diese ging nach seinem Tode an die Stadt Düsseldorf, die diese
bis 1937 durch einen Berufsastronomen betrieb.
15. September 2004
Rüdiger Heins
Fernrohre ,,selbst gemacht''
Der etwas unseriöse Begriff ,,selbstgemacht'' bei einem Hobby mit wissenschaftlichem Charakter wie der Astronomie erklärt, dass die Herstellung und Verbesserung von Teleskopen unterschiedlichen Typs durchaus mit einfachen und unkonventionellen Methoden, sowie fast ohne Mathematik möglich ist.
Viele an Astronomie interessierte kaufen sich zuerst ein Teleskop vom Billigdiscounter und sind später enttäuscht.
Zu hohe Erwartungen und häufig schlechte Qualität bilden hierfür die Ursache.
Trotzdem gibt es Amateurastronomen, die diesen einfachen Geräten durch zum Teil spektakuläre Umbauten beeindruckende Leistungen entlocken.
Der fotografisch interessierte Sternfreund kommt an einer parallaktischen Montierung, welche die Erdumdrehung kompensiert, nicht vorbei.
Auch hier besteht die Möglichkeit vorhandene Montierungen zu modifizieren oder gar mit viel Aufwand und Hilfestellung durch eine Werkstatt große Montierungen selber herzustellen.
Die Herstellung eines eigenen Teleskopspiegels galt hierzulande lange Zeit als ,,Exotenhobby''.
In den letzen Jahren gab es hierzulande einen regelrechten Boom.
Viele Amateurastronomen schleifen sich ihre zum Teil sehr großen Spiegel selber.
Der Amerikaner John Dobson zeigte in den 1970er Jahren daß es möglich ist aus Bullaugengläsern und Sperrmüll sehr leistungsfähige Teleskope zu bauen.
Das Konstruktionsprinzip des so genannten Dobsonteleskops hat sich bei den visuell beobachtenden Amateurastronomen immer mehr und mit unterschiedlichstem Aufwand bei der Herstellung durchgesetzt.
Nur mit dieser Bauart ist es möglich Fernrohre mit großen Spiegeldurchmessern transportabel zu gestalten.

Lageplan
24. November 2004
IGN - Uni Hamburg