Leitbild
Die Entwicklung der Naturwissenschaften erfolgt nicht unabhängig vom jeweiligen kulturhistorischen Kontext,
sondern in Wechselwirkung mit wissenschaftsexternen Faktoren wie z. B. politischen und
sozioökonomischen Einflussgrößen. Die Geschichte der Naturwissenschaften ist diejenige Disziplin,
die diese Interdependenzen und Interaktionen zwischen den Naturwissenschaften und der Gesellschaft
an Hand der historischen Entwicklung der Naturwissenschaften untersucht und aufzeigt.
Kenntnisse der Geschichte der Naturwissenschaften tragen zu einem reflektierenden Umgang mit der Methodik,
den Wissensinhalten und den ethischen Implikationen der eigenen Disziplin bei und erhöhen das
Verständnis
für die Zeitgebundenheit naturwissenschaftlicher Theorien und Forschungspraxis. Besonders der
wissenschaftliche Nachwuchs sollte das Bewusstsein entwickeln, dass die Naturwissenschaften nicht isoliert
vom gesellschaftlichen Umfeld betrieben werden können. Darüber hinaus übt die Geschichte der
Naturwissenschaften
eine Brückenfunktion zwischen den verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen aus und ist auf diese
Weise in der Lage, das interdisziplinäre Denken und Verstehen der Studierenden zu fördern.
Durch naturwissenschaftshistorische Lehrveranstaltungen, insbesondere begriffsgeschichtlicher Art, lässt
sich
zudem ein vertieftes Verständnis naturwissenschaftlicher Fachinhalte erzielen.
Der Nutzen der Naturwissenschaftsgeschichte für die Ausbildung der Studierenden naturwissenschaftlicher
Fächer
wird von führenden und bekannten Naturwissenschaftlern anerkannt. Stellvertretend für die Stimmen
vieler
sei hier
der für seine Leistungen auf dem Gebiet der Wissensvermittlung mehrfach ausgezeichnete Münchner
Astrophysiker
Prof. Dr. Harald Lesch genannt.1
In klassischer Form umriss der Entdecker des Zitronensäurezyklus und Nobelpreisträger
Hans A. Krebs das
Potential
der Naturwissenschaftsgeschichte in folgendem Satz:
„Those ignorant of the historical development of science are not likely ever to understand fully the
nature of science and scientific research.“2
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